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Angst, Furcht, Stress

Angst und Furcht sind allgemein sehr hilfreiche Emotionen, die damit verbundenen Reaktionen wie Abwehr oder Flucht bewahren die Katze vor Schaden. Gelegentlich entwickeln Katzen jedoch Aversionen oder Phobien vor eigentlich harmlosen Ereignissen oder Lebewesen oder Objekten, die sich wie bei Menschen hartnäckig halten und unnötigen Stress verursachen.

Katze schaut ängstlich

Real oder subjektiv

In vielen Situationen ist Angst i.w.S. lebenswichtig. Denn Hauskatzen gehören zwar zu den so genannten Raubtieren und damit zu potenziell gefährlichen Tieren, sind aber durch ihre vergleichsweise geringe Körpergröße auch selbst gefährdet. Sie können von größeren Beutegreifern angegriffen, verletzt oder getötet werden. Oder sie laufen Gefahr, z.B. übersehen und "über den Haufen gerannt" zu werden, ein ebenfalls äußerst unangenehmes Ereignis. 

Oft genug kann man jedoch auch völlig "haltlose" Angst- und Stressreaktionen beobachten, die von der Katze nur subjektiv als Bedrohungen und so genannten Stressoren (Faktoren, die Stress auslösen) empfunden werden. Häufige Ursache sind fehlende Erfahrungen in der Jugend (Prägung und Sozialisation), seltener sind es schlechte Erfahrungen, im Extremfall traumatische Erlebnisse. 

Die Folgen

Angst und Stress belasten nicht nur die Psyche der Katze (und oft genug auch den der sorgenden Menschen), sondern ihren gesamten Organismus, viele Katzen entwickeln psychosomatische Erkrankungen z.B. von Blase und Niere. Der Katzenforscher John Bradshaw beschreibt in seinem Buch "Cat Sense" (Penguin Books), dass bei 2/3 der Katzen, die wegen Unsauberkeit in Tierarztpraxen vorgestellt wurden, die so genannte idiopathische Cystitis diagnostiziert wurde, eine Blasenentzündung, für die keine organische Ursache vorliegt, sondern "lediglich" eine psychische, meist Stress!

Direkt beobachtbare Reaktionen sind Flucht, das Meiden bestimmter Orte oder Nähe zu (bestimmten) Lebewesen. Viele Äußerungen, die mit Angst verbunden sind, werden als "Bösartigkeit" bzw. als Aggression interpretiert, dies sine z.B. Fauchen, Knurren (bei größerem Abstand) und Abwehr mit Pfotenschlägen, seltener Beißen. Auch viele Angriffe sind angstmotiviert, wenn sich das aggressive Vorgehen schon als wirksame Strategie erwiesen hat, um den "Gegner" auf Abstand zu halten oder zum Gehen zu veranlassen.

Angst, Furcht, Stress, Phobien und Panik, aber schon Unsicherheit, haben komplexe Hintergründe. Vor einer Therapie sollte nicht nur möglichst die Ursache festgestellt werden, sondern auch sämtliche Begleitumstände, damit das Problemverhalten effektiv behandelt werden kann.

Die Vorbereitungen auf solche Veränderungen sowie gleichzeitig stattfindende Maßnahmen sollten daher im Zweifelsfall individuell auf jede Katze und Situation zugeschnitten werden. Ich helfe Ihnen gerne.

Wenn ein Ereignis ansteht, das bei der Katze voraussichtlich Angst und Schrecken auslöst oder sie stark verunsichern wird, ist es sehr sinnvoll, diesen Krisen vorzubeugen.

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