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Mensch–Katze-Beziehungen

Die Fürsorge für Hauskatzen, ihre Beobachtung und Pflege, Beschäftigung und v.a. der Körperkontakt durch Streicheln einer Katze wirken z.B. blutdrucksenkend, dadurch beruhigend und insgesamt gesundheitsfördernd. Kinder profitieren vom Zusammenleben mit Katzen etwa durch eine Stärkung ihrer Abwehrkräfte und Förderung des Verantwortungsgefühls. Es wundert daher nicht, dass die Zahl der Katzen auch in deutschen Haushalten immer weiter zunimmt.

Katze schmust mit Mann

Probleme im Zusammenleben entstehen häufig durch falsche Erwartungen an die Katze, Missachtung ihrer biologischen und/oder psychischen Bedürfnisse und zu unbedarften Umgang.

Erwartungen an die Katze

Die Beziehungen von Menschen zu Katzen sind äußerst unterschiedlich und reichen von einer "Nutztierhaltung" im Sinne der Mäusejagd, etwa in landwirtschaftlichen Betrieben, bis zum Partner- oder Kindersatz. Viele Menschen wählen ihre neue Katze leider häufig anhand des Aussehens, statt der wichtigeren Persönlichkeitsmermale, die dabei teilweise völlig übergangen werden. Dies ist schon deshalb kritisch, weil die Beziehung nachhaltig leiden kann, wenn die Persönlichkeit der Katze stark von den erwarteten Eigenschaften abweicht.

Die Lebenserwartung von Hauskatzen liegt bei guter Pflege und tierärztlicher Betreuung nicht selten bei 20 Jahren. Deshalb sollten auch die Überlegungen zur Katzenhaltung möglichst langfristig stattfinden. Auch sollte man berücksichtigen, ob sich wohl die Lebensführung verändern wird, z.B. Ausbildung oder Familiengründung, um die Anpassungsfähigkeit einer neuen Katze nicht überzustrapazieren.

Bedürfnisse akzeptieren

Die Aufnahme einer Hauskatze bedeutet die Pflege eines kleinen, ursprünglich dämmerungs- und nachtaktiven, territorialen und solitär lebenden Raubtiers. Seine individuellen Bedürfnisse können durchaus unterschiedlich ausfallen, bei Missachtung jedoch zu zahlreichen Verhaltensauffälligkeiten und Konflikten führen. Sie müssen auch in reiner Wohnungshaltung weitgehend erfüllt werden, inklusive Berücksichtigung ihres Erkundungs- und Beutefangverhaltens. Dies bedeutet für den Halter täglich mehrere Stunden Beschäftigung seines Haustiers in einer katzengerecht eingerichteten Wohnung und einigen Einsatz zur Erfüllung der teilweise recht anspruchsvollen Bedürfnisse.

Gute Umgangsformen

Zu falschem Umgang gehören unüberlegte Interaktionen bei der Zusammenführung von Katzen. Ignorieren von heftigen Kämpfen und Verfolgungsjagden verschärfen die Situation genauso wie eine völlig fehlende oder falsche Erziehung der Jungkatze ohne Rücksicht auf deren Erfahrungen und spätere Erwartungen. Junge Katzen werden oft über die Maßen mit Aufmerksamkeit und anderen Zuwendungen bedacht und entwickeln dann eine enorme Anhänglichkeit. Ungünstige Umgangsformen, aber auch heftige Kampfspiele führen bei der erwachsenen Katze oft zu erhöhter Aggressivität, die man nicht mehr tolerieren mag. Und Strafen sind für die Katze nicht verständlich, enttäuschend und frustrierend. 

Aus Unwissenheit und/oder Hilflosigkeit werden oft auch angstmotivierte Verhaltensweisen bestraft, Fauchen und Pfotenschläge, die in der Regel der Abwehr dienen. Sie können sogar mit Angriffselementen gepaart auftreten und dann einen Scheinangriff zur Verteidigung darstellen. Die Strafen bedeuten für die Katze jedoch eine – zusätzliche – Bedrohung und verstärken ihre Abwehr in der nächsten Konfliktsituation. Es ist daher sinnvoll, dass Katzenhalter zwischen defensiver und offensiver Aggression unterscheiden können oder eine/n KatzenpsychologIn zu Rate ziehen, da die Abgrenzung oft schwierig ist.

Generell haben Strafen oft nicht die gewünschte Wirkung, sondern lösen Furcht aus oder Abwehr. Daher sollte man besser erwünschte Verhaltensweisen verstärken bzw. belohnen. Beide, sowohl Bestrafung als auch Belohnung, erfordern eine sorgfältige Auswahl und exaktes Timing, um als solche wirken zu können. So werden durch zu späten Einsatz von Strafen oft erwünschte Verhaltensweisen getadelt oder die Beziehung zum Menschen belastet, und durch unpassende Belohnung unerwünschte Verhaltensweisen verstärkt.

Zu den guten Umgangsformen zählen

Blinzeln

Zwei bis vier Mal die Augenlider langsam schließen und wieder öffnen heißt auf Kätzisch "Ich bin freundlich und friedlich". Seien sie es auch; also bitte nicht blinzeln, bevor Sie der Katze die Wurmkur ins Mäulchen schieben wollen. Der Trick funktioniert natürlich nur bei Blickkontakt zwischen Katze und Mensch.

Freundliche Ansprache

Katzen können sich an vieles gewöhnen, auch an herzhaftes Lachen oder laut spielende Kinder. Spätestens in einer ruhigen Umgebung spricht man besser leise mit Katzen, sie können schließlich sehr gut hören – reagiert Ihr Senior oder die Seniorin nicht mehr auf Ihre Ansprache, werden Sie lauter. Ein freundlicher Ton spricht Bände – der Ton macht die Musik. Zur Begrüßung eignet sich am besten eine Frage; sie hört sich an wie das Begrüßungsgurren der Katzen.

Auf die Katze eingehen

Katzen sind Individualisten und ursprünglich Einzelgänger. Sie richten sich oft nach der Aktivität ihrer Menschen, aber die besten Beziehungen entstehen, wenn man auf die Bedürfnisse der Katze eingeht. Dann lernt die Katze, dass sie sich auf Sie verlassen kann. Es sollte allerdings Ausnahmen geben.

Wenn der Mensch immer springt, wenn die Katze ruft, gerät man in eine Abhängigkeit. Hat man einmal keine Zeit, löst eine Absage bei der Katze Frust und Enttäuschung aus.

Es gibt sehr viele Details, die das Zusammenleben mit Katze erleichtern und verschönern. Ich helfe Ihnen und Ihrer Samtpfote gerne weiter

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