katzenkundig

Wer hat Angst vor der schwarzen Katz

Schwarze Katzen haben es nicht leicht. Zumindest Tierschützer können ein Lied darüber singen, weil Schwärzlinge oft regelrechte "Ladenhüter" sind. (Human)Psychologen haben jetzt untersucht, ob eine solche Ablehnung tatsächlich existiert und was genau dahinter steckt.

Schwarze Katze blickt ungehaltenDie Farbe Schwarz ist in vielen Kulturen negativ besetzt, gilt als Symbol für Tod, Leid, das Böse und Unbekannte. Solche Vorurteile existieren nicht nur allgemein, sondern auch über Fellfarben von Tieren. Vorweg gesagt, sind schwarze Hunde ähnlich schwer vermittelbar als gleichfarbige Feliden. Über die gibt es allerdings "Dokumentationen", z.B. die auf Malereien dargestellten kätzischen Begleiter/innen von Hexen: alle schwarz. Man denke auch an "Überlieferungen", etwa dass eine schwarze Katze Unglück bringt, wenn sie unseren Weg kreuzt (ob von links nach rechts oder umgekehrt, habe ich schnell vergessen).

Dem Vorurteil auf der Spur

Zwei amerikanische Psychologen wollten nun wissen, ob Menschen tatsächlich Vorurteile gegen schwarze Katzen haben, und wenn ja warum. Sie legten den gut 100 Teilnehmern ihrer Studie Fotos von 20 Katzen vor, davon 10 schwarze mit höchstens einem weißen Kehlfleck. Die Katzen waren alle ausgewachsen und zeigten sich von ihrer neutralen Seite, also weder grimmig, noch verspielt. Die Befragten gaben auf einer Skala von 1–5 an, wie freundlich oder aggressiv die Katzen wohl seien, ob man sie bereitwillig aufnehmen würde und wie gut man wohl ihre Emotionen erkennen kann. Weitere Fragebögen drehten sich um Religion und Gläubigkeit, Aberglaube und Rassismus der Befragten. Die Teilnehmer erhielten übrigens die Information, das Studienziel sei eine Untersuchung von Persönlichkeitsmerkmalen, die mit der Aufnahme einer Katze aus dem Tierschutz verbunden seien.

Schwarze Katze schnappt nach Grashalm

Glaube oder Aberglaube?

Die Teilnehmer beurteilten schwarze Katzen tatsächlich als weniger freundlich und mehr aggressiv als deren heller gefärbte Artgenossen, obwohl es keine Merkmale gab, die darauf hinwiesen. Eine umfangreiche Auswertung zeigte dann, dass diese unvorteilhafte Einschätzung nicht mit Religiosität oder Rassismus zusammenhängt, wohl aber mit einem ausgeprägten Aberglauben (die Autoren sahen hier Unterschiede). Offenbar gibt es immer noch viele abergläubische Menschen – die keine Schwärzlinge mögen.

Die "Lesbarkeit"

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass manche Menschen keine schwarzen Katzen aus dem Tierschutz aufnehmen möchten, weil sie meinen, in deren Mimik Emotionen schlechter erkennen zu können als bei heller gefärbten Individuen. Dieses Ergebnis mag damit zusammenhängen, dass die Teilnehmer unabhängig von einer Zuneigung zu Katzen ausgewählt worden waren, also auch nicht gelernt hatten, sie zu "lesen". Wahrscheinlich ist es aber möglich, schwarze Katzen schneller zu vermitteln, indem man an menschliche Emotionen appelliert und v.a. Schwärzlinge beim Spiel und Schmusen mit Menschen fotografiert, noch positiver wirken wohl Videos. Denn freundliche und verspielte Katzen haben die besten Vermittlungschancen.

Schwarze Katze auf Sofa

Bisherige Meinungen

Zusammenhänge zwischen Fellfarbe und Persönlichkeitsmerkmalen wurden übrigens in früheren Studien bestätigt, in denen man Katzenhalter zu Eigenschaften ihrer Fellnasen befragt hatte. Innerhalb jeder Studie stimmten die Ergebnisse zum Verhalten von Katzen weitgehend überein. Verwirrend ist allerdings, dass die Schwärzlinge in einer Studie als tolerant, in einer anderen als friedlich und in einer weiteren als asozial beschrieben wurden. Insgesamt bestätigt sich also die Ansicht von Katzenfreunden, dass schwarze Katzen nicht wirklich böse sind.

Ob eine schwarze Katze Unglück bringt, hängt einem Sinnspruch zufolge eh davon ab, ob man eine Maus ist oder nicht.

Quelle:

Jones, H.D. & C.L. Hart (2019): Black cat bias: prevalence and predictors. – Psychological Reports. https://doi.org/10.1177/0033294119844982

 

News

Katze-Mensch-Spiele unter die Lupe genommen

Katze spielt mit CatdancerSpiele mit Katzen sind wirklich nichts Neues. Aus wissenschaftlicher Sicht schon, denn detailliert analysiert hatte sie noch niemand. Bis ein Forscherteam jetzt Daten von fast 1600 Katzen-Spielepartnern abgefragt und ausgewertet hat. Die Ergebnisse sind bemerkenswert.

Weiterlesen ...

Aktuell

Spionspiegel in der Verhaltenstherapie von Katzen

Spionspiegel in der Katzenverhaltenstherapie

Katzenfreundschaften sind nicht immer einfach. Das gilt v.a. für stressanfällige Kandidaten und besonders, wenn aus Freunden plötzlich erbitterte Feinde geworden sind. Ein neues, katzenkundiges Tool, der Einweg- oder Spionspiegel, hilft bei der entspannten (Wieder-) Zusammenführung.

Weiterlesen ...

Beratungen zu den Themen

  • Katzenprobleme lösen

    Katzenprobleme lösen

    Man kennt sie verschmust, verspielt, sanftmütig und unkompliziert. Aber so manche Katze fällt auf, ist ängstlich, unsauber oder kratzt und beißt, ... und es wird klar, dass sie sich nicht wohl fühlt. Und das Zusammenleben wird zur Nervenprobe. Ich helfe Ihnen bei Problemen mit Katzen und biete katzenkundige Wege zu einer harmonischen Wohngemeinschaft.
Krisen vorbeugen

Krisen vorbeugen

Katzen sind Gewohnheitstiere und mögen nur angenehme Veränderungen. Aber viele einschneidende Ereignisse, wie Familienzuwachs, Umzug, Gäste oder schon Baustellen können Angst und Schrecken auslösen oder zumindest Unsicherheit. Ich zeige Ihnen geeignete Maßnahmen, um bevorstehende, stressige Veränderungen zu entschärfen.

Katzenleben bereichern

Katzenleben bereichern

Ist die Katze glücklich, freut sich auch der Mensch. Die üblichen "Glücksbringer" sind Leckereien und Spielzeuge, aber nicht jede Katze lockt man mit Thunfisch und Federwedel hinter dem Ofen hervor. Bei mancher muss man tief in die Trickkiste greifen, um ihr eine Freude zu bereiten. Ich helfe Ihnen, gute Highlights zu finden, die Ihre Katze begeistern.

Katzen verstehen

Katzen verstehen

Katzen zu verstehen, ist eine Lebensaufgabe – die ich gerne angenommen habe und jedem Katzenfreund ans Herz lege. Denn es lohnt sich, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und Gründe für Eigenheiten zu erkennen. Zum Beispiel mag nicht jede Katze am Bauch gestreichelt werden, wenn sie ihn "verführerisch" anbietet.

katzenkundig

  • Über mich

    Über mich

    Ich bin Birgit Rödder, Diplom-Biologin mit über 50-jähriger Erfahrung mit vielen Tierarten und über 20-jähriger Berufserfahrung als Katzenpsychologin, Katzenverhaltensberaterin und Katzenverhaltenstherapeutin.

    Gerne stehe ich Ihnen als kompetente Ansprechpartnerin zur Beratung und Unterstützung bei Problemen mit Samtpfoten und Kratzbürsten zur Verfügung.

    Weil Mensch wie Katze einzigartige Persönlichkeiten sind, richten sich meine Empfehlungen grundsätzlich nach den individuellen Bedürfnissen aller Beteiligten. Und sie sind natürlich gewaltfrei, weil gute Beziehungen durch Vertrauen entstehen und die Schlüssel für ein harmonisches Zusammenleben sind.

    Mein Wirkungskreis für Hausbesuche liegt im Köln-Bonner Raum bis Koblenz und in der Eifel. Viele Beratungen führe ich allerdings telefonisch und in Videokonferenzen durch, vor allem bei scheuen Patienten, die sehr lange brauchen würden, sich an meine Anwesenheit zu gewöhnen. Mit Hilfe der neuen Medien konnte ich schon Menschen und ihren Katzen aus den USA und von Portugal bis Russland helfen.

Interessanter Lesestoff

Wissenswertes

Wissenswertes

Wild- und Hauskatzen faszinieren die Menschheit schon viele tausend Jahre lang durch Eleganz, Unabhängigkeit, Verspieltheit – und Unergründlichkeit. Ihre Biologie ist noch immer nicht vollständig erforscht, einige ihrer Geheimnisse haben wir jedoch schon entschlüsselt.

News

News

Durch ihre stark ausgeprägte Individualität, schnell wechselnden Interessen und sehr unterschiedliche Flexibilität sind Hauskatzen nicht leicht zu erforschen. Neue Forschungsergebnisse sind deshalb selten, viele können Sie hier lesen.

Panorama

Panorama

Hauskatzen sind immer für Überraschungen gut. Sie schaffen nicht selten durch spektakuläre Ereignisse den Sprung in die Schlagzeilen der Tagespresse.

"Handfester" Lesestoff

  • Möchten Sie für Ihre Katze mehr sein als ein Dosenöffner? Dann interessieren Sie sich bestimmt für das Clickertraining. In der Katzen Clicker-Box finden Sie die wichtigen "Spielregeln", über 50 praktische Übungen und Tricks sowie einen besonders katzenfreundlichen Clicker.
    15. Auflage April 2022,
    € 15,99 (D), € 15,50 (A).
  • Dieses Buch verrät Ihnen, wie Sie dem intelligenten und eigenwilligen Raubtier im engen Zusammenleben mit Menschen am ehesten gerecht werden und wie Sie seine Bedürfnisse erfüllen. Damit schaffen Sie beste Bedingungen für eine harmonische Beziehung.
    2. Auflage 2017,
    € 12,99 (D), € 13,40 (A)

    Kontakt

    katzenkundig
    Birgit Rödder
    Oberstr. 10
    53925 Kall
    Tel. 02257-952744
    mobil 0160-1264412
    br@katzenkundig.de

    Rechtliches

    Impressum
    Datenschutzerklärung
    © Birgit Rödder 2023